Ein Laufbericht vom Europacuplauf 30 Kilometer Anlauf für einen Marathon

Wie es dazu kam
Nach wie vor ziehen "die langen Kanten" tausende Läufer in ihren Bann. So auch mich. Es ist ja eine Entwicklung: Erst läuft man überhaupt, dann mal 10 km im Wettkampf, einen Halbmarathon, Marathon... Nach etlichen Laufjahren und den Erfahrungen von 100 Km Läufen (selbst bei Nacht) war ich soweit. Der GutsMuths –Rennsteig Lauf fehlte mir noch.
Nicht nur die Herausforderung eines Ultramarathon zog mich zunehmend in den Bann. Ich habe (ja durchaus) einen Riesenrespekt vor einer solchen Strecke, gerade auch vor dieser, dem Rennsteiglauf, der mit über 72,7 km mit ca. 1490 Höhenmetern (aufwärts) sowie 973 Höhenmetern abwärts sehr anspruchsvollen Strecke. Hier geht es gleich vom Start erst mal ca. 700 m auf den Inselsberg hoch (km 25) – da kann man schon erahnen, was die übrigen 48 km (mehr als ein Marathon) noch abverlangen. Erst mal oben, läuft man auf dem Rennsteig - Wanderweg nach Schmiedefeld über etliche Gipfel. Das wird schon zermürbend sein, dieses Auf und Ab. Aber die Mitläufer, die herrliche, abwechslungsreiche Landschaft und die einmalige Verpflegung nebst den superfreundlichen Thüringern, die einen umsorgen werden, lassen Leistungen zu, die man sich selbst vielleicht nicht zutraut...
Und am Ziel winkt natürlich die legendäre Party im Festzelt in Schmiedefeld.

Die Entscheidung
Auf einem Lauf erfuhr ich, dass eine Läufergruppe aus Schwäbisch Hall unter der Regie von Mario Meinel mit einem Kleinbus nach Eisenach fahren wird. Da bei denen noch ein Platz frei war (und unser Lauf in Murrhardt nicht auf dieses Wochenende fiel), nutzte ich die Chance, eine Mitfahrgelegenheit gefunden zu haben. Mit ca. 1300 Trainingskilometern, die ich dieses Jahr bisher gelaufen war, fühlte ich mich angemessen gewappnet. Es tat nichts (mehr) weh (als sonst), also, wann wenn nicht jetzt? Doch wer kann schon wissen, wie es sich wirklich anfühlt?? Jetzt weiß ich es.

Der Tag - Vor dem
Um 10.00 Uhr wurde in Schwäbisch Hall abgefahren. Fünf Läufer und drei Begleiter machten sich auf den Weg nach Eisenach in Thüringen. Unterwegs wurden Ratschläge und Tipps ausgetauscht und jeder äußerte seine Wunschzeit. Mario, der schon 4 X diese Strecke bewältigt hatte gab seine Erfahrungen zum Besten. Wir anderen kannten die Strecke nicht, doch das Gehörte reichte vollkommen aus, um uns einen gehörigen Respekt ein zuflössen. Jeder hatte deshalb nur den Wunsch, das Ziel in Schmiedefeld gesund und in einer vernünftigen Zeit zu erreichen. Nach der Ankunft im Hotel ging es zuerst mal ins Zentrum von Eisenach. Dort bekam jeder seine Startnummer und einen Beutel für den Kleidertransport. Ein Blick auf die ausgehängte Wettervorhersage ließ nicht gerade Freude aufkommen. 70 % Regenwahrscheinlichkeit kann einem bei dieser Streckenlänge schon zu denken geben. Naja mal abwarten, ändern können wir es sowie so nicht. Also ab ins Zelt, wo es eine Portion Gulasch mit Semmelknödeln und Rotkraut statt der gewohnten Nudelparty gab. Dazu dunkles Bier, Läuferherz was willst du mehr. Zurück im Hotel tranken wir noch ein (Schlaf) Bier auf der Terrasse, dabei wurde auch festgelegt wann der Wecker klingeln sollte, damit noch genügend Zeit zum Frühstücken ist.

In Eisenach
Der Start in Eisenach (210m ü. M.) um 6 Uhr ist ja schon die erste Herausforderung für den Biorhythmus. Aufstehen um 4 Uhr (nach gefühltem Nicht-Geschlafen-Haben, vielleicht war's mal ne halbe Stunde). Alles dabei? Startnummer, Chip, Vaseline, die richtigen Sachen? Was zieht man an? Regnet es? Vorhersage: siehe oben Der Markt füllte sich schnell mit 2100 Ultras. Viele Läufer sitzen auf den Bänken oder Boden und unterhalten sich lachend mit Angehörigen. Überall werden noch ein paar Fotos gemacht und die Kleider fürs Ziel abgeben. Aber alles ganz entspannt und ohne Hektik. So ist das nun mal bei den Ultras. Es war, im Vergleich zu anderen Läufen, überhaupt sehr relaxt, ohne viel Tamtam und Getöse.

Es geht los
Es ging pünktlich 6 Uhr bei schönstem Wetter los, zum wiederholten Male bekamen wir das Thüringer Nationallied vom Wandern und die Vögel singen zu hören. Ohne Hektik und Stress setzten sich die Ultraläufer eher träge in Bewegung. Zuerst passiert man die Fußgängerzone und verlässt dann bald durch das Nicolaitor die Stadt. Es waren sogar schon Zuschauer da, die die Läufer anfeuerten.

Am Witzigsten war die Gruppe mit dem Ortsausgangsschild. Es wurde auch noch in Eisenach darauf hingewiesen, dass jetzt umkehren blöd wäre... na ja, Humor sollte man haben, das hilft unterwegs und überhaupt.

Einen Lauf, der mit einem 25 km langen Anstieg beginnt, mache ich ja nicht so oft, genau genommen, bisher nur in Schwäbisch Gmünd. (beim Albmarathon hat man hier schon die Hälfte geschafft). Auf dem Inselsberg habe ich meine erste persönliche Marke gesetzt. Bis dahin locker angehen und oben sehen, wie‘s so ist... Wie gesagt, 25 km und 700 Höhenmeter sind ja kein Spaziergang. Aber bis dorthin waren es noch 2:10 h...

Bergauf – der erste Teil
Nach einem Kilometer Asphalt durften wir auf den Wanderweg einbiegen. Erst mal ging es ganz gemächlich über Feldwege mit herrlichem Blick auf die Wartburg los. In der frühen Morgenstunde waren die Temperaturen noch angenehm.
Die erste Getränkestelle Waldsportplatz bei 6,9 km und ca. 120 Höhenmetern. Gut, bis hierher kein Problem, alle trotten so vor sich hin und versuchen, Tempo und Rhythmus zu finden. Manche nehmen hier schon ihre erste Gehpause um Kräfte zu sparen. Auf diesem Abschnitt traf ich ein paar bekannte von den Murrtal Runners aus Aspach. Ein paar nette Worte und viel Glück für den Lauf, dann zog ich vorbei.
Erst mal beginnt es nun mit allgemeinen in-die-Büsche schlagen (unglaublich, wie viele Läufer hier dauernd in den Büschen sind... zum Glück gibt's ja genug Büsche & Bäume). Kurz danach kam schon km 7,4, endlich sind wir an der Hohen Sonne auf dem Rennsteig. Unerwartet hatte ich plötzlich starke Schmerzen in der linken Wade. Bei km 12,6 war die nächste Getränkestelle, Ascherbrück, bis hier hatten wir schon 300 Höhenmeter geschafft. Dabei hatten wir Abschnitte mit Wurzeln übersäten Naturwegen zu bewältigen. Die hätten richtig Spaß gemacht, wenn diese blöde Wade nicht gewesen wäre. Die war inzwischen richtig hart und tat ziemlich weh. Selbst das Massieren brachte nicht viel Besserung. Der erste Gedanke ans „ Aussteigen“ müssen, kam in mir auf. Nachdem ich mich an der Getränkestation (es gibt Tee, Cola und irgendwas Gesundes biologisch-isotonisches...schmeckt jedenfalls gut)versorgt hatte, versuchte ich Vorsichtig weiterzulaufen. Durch die Zwangspause sind inzwischen die Murrtal Läufer wieder an mir vorbeigezogen. Und schon kam die Verpflegungsstelle Glasbachwiese bei 17,7 km, hier nahm ich den ersten Becher des berühmten Haferschleims (mit Heidelbeere). Jeder Ultra lobt dieses etwas komisch aussehende, für mich ungewohnte Getränk. Also Mund auf und runter damit. Und wieder Vorsichtig, mit leicht verzehrtem Gesicht weiterlaufen. Bald taucht das Schild 20 km auf, ich hatte noch nicht damit gerechnet und freute mich laut darüber. Einige Mitläufer zogen mich gleich runter mit dem Hinweis, dass die Schilder nicht so ernst genommen werden müssen, manchmal stimmt`s auch nicht. Die Wade hat sich auch noch nicht gebessert, trotz erneuter Massage. Also vorsichtig weiterlaufen und mal sehen ob es bei Km 25 eine Möglichkeit zum Aussteigen gibt.
Irgendwie waren die folgenden 5 km auch viel länger als die vorherigen. Dazwischen kam der Dreiherrenstein bei 20,6 km und 720 Höhenmetern mit Wasser und Teeversorgung. Ich habe jedes Mal getrunken, und das war sicher nicht falsch. Jetzt ging es richtig hoch auf den Oberen Beerberg. Der mit 20 % Steigung und vielen Wurzeln und Steinen übersäte Weg verlangte volle Konzentration, wollte man keinen Sturz riskieren. Die Anstiege nahmen wir von Anfang an nur im Schritt, wenige liefen hoch. Die waren auch nicht wesentlich schneller.
Endlich oben!! Erste Etappe in 2:40 Stunden geschafft. Von den 2.10 Stunden aber meilenweit entfernt. Von wegen einen 5er Schnitt wie im Training. Umdenken war nicht nur wegen der Wade angesagt. (Wer 6 Minuten pro Kilometer schafft, kann zufrieden sein). Vom Inselsberg ging es dann supersteil ca. 200 Höhenmeter auf einen Kilometer abwärts auf ca. 720 m. Das war das erste Mal wirklich Gift für die Beine... Aber sonst, alles (fast) easy. Aussteigen ist auch nicht. Es gibt keinen organisierten Rücktransport für die Läufer, also einfach weiter immer den anderen hinterher. An der Grenzwiese (26,8 km) wurde wieder Schleim aufgefüllt und natürlich getrunken.

Bergab – bergauf , der zweite Teil
Inzwischen hat sich die Wade etwas beruhigt oder ich merkte den Schmerz nicht mehr. Mein nächstes Ziel war jetzt die Ebertswiese (37,4 km), die „Halbzeit“. Bis dahin sollte es ja gehen, das kannte ich auch schon vom Marathon. Wie das Laufgefühl danach wird – man wird es sehen. Nun wurde der Weg zunehmend schmäler und die Wurzeln und Steine immer mehr. Am Possenröder Kreuz (33,6 km /710 Höhenmeter) kamen die Wanderer auf die Strecke. Das war einerseits abwechslungsreicher, andererseits etwas eng. Negative Erfahrungen mit Wandererpulks, die den Weg verstellen, habe ich nicht gemacht, kritischer waren die Nordic Walker. Da musste man auf dessen Stöcke achten wollte man nicht zu Fall kommen. Anstrengender waren schon die Läufer, die sich von MTB-Fahrern begleiten ließen – das störte den Läuferfluss gerade in engen Stellen deutlich mehr und war auch unzulässig und unfair.

Die Hälfte ist geschafft

Und schon kündigt sich die Ebertswiese (37,4 km/ 700 Höhenmeter) an, Halbzeit. Einen robusten Magen musste man haben, wenn man beobachtet was sich mancher Läufer hier einverleibte. Vom Schmalz über Salamibrot bis zum Wiener Würstchen (neben Schleim, Bananen, Zitrone mit Salz und diversen Getränken). Ich habe weiterhin auf den Haferschleim gesetzt und dazu recht viel Tee getrunken. Und es blieb drin und es hat mich nicht belastet. Dann nehmen wir mal die zweite, der nicht mehr gleich großen Hälften in Angriff. Alles Paletti, es kann losgehen. Es wird spannend, wie wird es nach 45 km? Mein nächstens Ziel sind die 54,7 km dem Grenzadler(bekannt vom Biathlon), der offiziellen Entscheidungsstelle über Aussteigen oder Weitermachen. Dabei fiel mir ein Läufer auf, der schon ein paar male meinen Weg gekreuzt hatte. Er hatte im Gegensatz zu mir ein total trockenes TShirt an und nicht eine Schweißperle auf der Stirn. Wo der wohl auf dem Lauf eingestiegen ist? war meine stille Frage. Doch ich begegnete ihm noch ein paar male und er schwitzt einfach nicht. Das einzige was ich an den zahlreichen Verpflegungsstellen vermisste, waren Wasserwannen zum Abkühlen oder Abwaschen. Doch wusste man durch diese, das wieder eine kleine Etappe geschafft und das nächste Nahziel in Reichweite ist. Wobei, wenn man es genau nimmt, fast immer ein Anstieg nach der Verpflegung auf uns wartete. Auf den folgenden Kilometern lief ich ein gleichmäßiges (wenn auch nicht gerade schnelles)Tempo und konnte so vor allem an den leichten Steigungen, an vielen Läufern, die anscheinend doch zu schnell angegangen sind vorbeilaufen. Nach der Neuen Ausspanne (40,8 km) und rund 4 Stunden nach dem Start, ging es richtig hoch auf die Schmalkalder Loibe (860 Höhenmeter). Das war der zweite echt heftige Anstieg. Dann ging es wieder leicht bergab. Inzwischen war der Marathon geschafft und es kamen ja nur noch 30 km bis zum Ziel.


Der Weg nach dem Marathon
Plötzlich wurde es zunehmend dunkler und die ersten Donnerschläge kündigten das aufziehende Gewitter an. Urplötzlich fing es an zu regnen und wie! So war das nicht geplant!! Es hat fünf Minuten lang richtig gegossen, aber dann, als aber auch alles total nass war, hörte es auf. Dafür war es jetzt unangenehm abgekühlt.
Am Gustav-Freitag-Stein wurde schnell was getrunken und weiter ging's. Und dann ging es auch schon bergab zum Grenzadler (54,7 km/820 m). Auf diesem Abschnitt nahmen die Steine wieder zu, oft dachte an ein trockenes Flussbett. Hier war großes Tamtam und das Ziel der Wanderer. Zelte, Masseure, jegliche Art von Speis und Trank, Musik (aber kein Tanz)...
Ich bin NICHT ausgestiegen. Das war auch nie meine Absicht und es lief ja GUT! Keine Blasen, nur harten Muskeln, mental noch gut motiviert und ich hatte meinen energieoptimalen Rhythmus bei ca. 10 km/h gefunden, die Beine liefen und liefen. Unterhaltsam war's ja auch mit den vielen netten Läufern, also, auf, auf.
Die 18 km schaffe ich doch, das ist ja nicht mal ein Halber!
Inzwischen waren 5:34 h vergangen, sogar eine Zeit unter 8 h war noch möglich! Als ich an dem bis dahin besten aus unserer Gruppe vorbei lief, gab dies nochmals zusätzliche Motivation.

Bergauf und Bergab, der dritte Teil
Aber erst mal waren noch 6 km anstrengendes Profil bergauf zu laufen, bis auf den Großen Beerberg, dem höchsten Punkt der Strecke. Von da an geht es nur noch bergab (weitestgehend). Zunächst ging es über einen Hügel und eine Brücke zum Rondell (56,8km/800m), wo es wieder Getränke gab. Ich blieb inzwischen bei Wasser, geschüttelt – nicht gerührt. Dann kam der Anstieg auf den Beerberg. Kurz vor dem Gipfel konnten wir uns an der Suhler Ausspanne bei km 60,2/910 m und 6 h 15 Minuten nach dem Start, noch einmal mit Getränken stärken, ehe wir den letzten Anstieg nahmen. Hier musste ich mir von den Sanitätern zwei Pflaster geben lassen, da ich mich durch kleine Steinchen an beiden Knöcheln wund gelaufen habe. Die hätte ich mir aber auch schenken können, denn durch die nasse Haut hielten die sowieso nicht. Der mit 974 m höchster Punkt der Strecke waren kurz danach erreicht. Dieser Punkt war bis auf das Schild aber eher unspektakulär, kein Panorama oder so. Wo ist Blänkners Aussicht?
Ich sehe auf die Uhr und liebäugele inzwischen mit den 7 h 45 min....
Von da an ging's bergab. Und wie es bergab ging! Das tat meine armen Oberschenkeln und Zehen nun aber doch weh, die wurden langsam aber sicher fest. Bergab ist eh nicht so mein Ding, das geht ganz schön an die Substanz, zumal wenn die Kräfte nachlassen und das mit dem Abfedern nicht mehr so klappt...
Ich sehnte jetzt allmählich das Ziel herbei. Obwohl, dass ich überhaupt so weit gekommen bin mit der Wade, habe ich mir anfänglich nicht wirklich vorstellen können. Also, wer weiß, was noch möglich ist?
Nach der Schmücke (64 km) ging es von 910 m auf 810 m runter und zuvor gab es jedoch noch mal was zu essen. Das Powergel, das ich hier zu mir nahm sollte reichen, um die letzte Getränkestation auslassen zu können. Bis zum Kreuzwegegetränkepunkt (km 68,2/810 m) wurde es vorübergehend nochmals etwas flacher, dafür setzte erneut heftiger Regen den Läufern und der Strecke zu. Die Abschnitte auf den Wiesen verwandelten sich so richtig in Schlammwege.

Ziel, ich komme!
Das letzte Stück, es waren so 7 h vergangen und immer noch die 7:45 h wenn nicht sogar eine 7:30 er Zeit in Reichweite. Liebes Universum, lass jetzt bloß nichts mehr passieren! Es kam ein sehr steiles Stück (auahauah, meine Beine), da hieß es Zähne zusammenbeißen! Auf der anschließenden flacheren Strecke begann das Gel seine Wirkung zu entfalten, es lief wieder flüssiger. Wann kommt endlich das verdammt km 70 Schild? Das muss doch so um den Lift rum sein – aber das Schild war nicht da. Nach einer Kurve und 7:13 h war es endlich an einem Baum befestigt aufgetaucht. Und der Regen hörte einfach nicht auf.
Man sah nun langsam die ersten Häuser – zu hören wie beim Marathon ist nichts. Andere Windrichtung. Ich lief an der Waldkante entlang, es zog sich hin...
Dann endlich, Kilometer 71!! 710 Höhenmeter. Jetzt war es nicht mehr weit. Bei km 72 war der Weg mit Pfützen überseht. Die störten mich nun auch nicht mehr. Also einfach mitten durch. Jetzt noch einen Bogen passieren, für die letzten 700 m wurde ich nochmals angefeuert. Das Ziel kam in Hörweite, dann in Sichtweite Ich hatte plötzlich wieder eine Kraft, unglaublich. Ich flog (oder doch nicht) geradezu ins Ziel! Nicht gerade Jubelnd, aber lachend lief ich ins Ziel und war froh, dieses endlich erreicht zu haben. Nach 7 Stunden 26:43 Minuten hatte ich den Rennsteiglauf als 303. Läufer geschafft, was für ein Gefühl. Tja, was soll ich sagen – es stimmte alles, was ich bisher über den Supermarathon hörte: er ist hart, ein herrlicher Landschaftslauf, er ist nicht schlimmer als der Marathon - nur länger, und Supermarathonis sind die Größten.

Nun fehlte nur noch trockene Kleidung, aber denkste. Dadurch dass der Veranstalter die Kleiderbeutel auf der Wiese abgelegt hatte, drang der starke Regen zum Teil in den Beutel ein und ein Teil der Wäsche war Nass geworden. Wenigstens warmes Wasser zum Duschen gab es und dann lachte auch die Sonne wieder für die Läufer. Fazit: OK zwei blauen Zehennägel und eine harte Wade was soll`s, ich bin angekommen……………!!!!!!!!!!!


 

 

 

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